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TSUBA   

Tsuba heißen die zwischen ca. 6 und bis 9 oder 10 cm im Durchmesser großen Metall-Scheiben, die als Handschutz beim japanischen Schwert dienen und verhindern sollten, dass der Kämpfer beim Zustechen mit seiner eigenen Hand über die Klinge fährt und sich dabei verletzt. Die zunächst mit einfachen Durchbrechungen in negativem Schattenriß versehenen Tsuba wurden in Verlauf der Muromachi-Zeit (1338-1573) immer aufwendiger gestaltet , wobei auch Edelmetalle zunehmend Verwendung fanden. Beim Degen, den die Japaner durch die Ankunft der Portugiesen (1542) kennenlernten, gibt es einen schönen, oftmals durchbrochen gearbeiteten Korb, der im 17. Jh. bei einer Gruppe von tsuba-Schmieden auf große Gegenliebe stieß, so dass man sich von den fein durchbrochenen Linien und Stegen inspirieren ließ und die Platten in einem an westliche oder chinesische Muster und Ranken erinnernden Stil gestaltete. Dieser Tsuba-Typ heißt demzufolge ‚namban’. Namban ist der wenig schmeichelhalfte Ausdruck für die südlichen Barbaren, so genannt, weil sich die seefahrenden Portugiesen, Spanier und Holländer Japan ausnahmslos von Süden her näherten.

Zum Thema Tsuba können sie folgende Bücher über uns beziehen:



Von Beginn entwickelten die Japaner tsuba zu veritablen Kunstwerken. Es hatte zunächst einen praktischen Sinn, dass man die eisernen Platten durchbrochen arbeitete, um so das Gewicht zu reduzieren und so das Schwert leichter handhaben konnte. Diese durchbrochenen tsuba heißen sukashi-tsuba (sukasu = durchscheinen oder durchleuchten). Man unterscheidet zwischen zwei Sorten von sukashi-tsuba, den sog. mon-sukashi-tsuba, wobei die Durchbrechungen Wappencharakter hatten, oder ko-sukashi tsuba (ko = klein) mit negativem Schattenriß und ji-sukashi mit positivem Schattenriß. Die Motive wurden mit Meißeln aus der erhitzten Platte geschlagen und dann in die endgültige Form gefeilt; gesägt wurde erst später, im 19. Jh. Diese sukashi-tsuba sind aus mehreren Lagen umgeschlagenen und gefalteten Metalls geschmiedet. Bei einigen Schulen, wie z.B. der Akasaka-Schule kann man diese Lagen bei dem fertigen tsuba gut erkennen.

Für Kenner wie Sasano, Masayuki und Eckhard Kremers sind die sukashi-tsuba die künstlerisch wertvollsten Schwertstichblätter und dokumentieren die ästhetischen Ideale der Samurai am vollkommensten. Die Publikationen dieser beiden Autoren, die es auf englisch, deutsch und japanisch gibt, kann ich nur empfehlen.
Neben der oben erwähnten Technik des Ausstechens und –feilens kamen sehr schnell Ein- und Auflagen aus anderen Materialien hinzu wie Messing (sentoku), Gold und Silber und auch die diversen in Japan üblichen Legierungen wie shakudo und shibuichi. Große Meisterschaft entwickelten die Künstler, die sich mit der Herstellung des Schmuckes an einem Schwert beschäftigten, auch in der Entwicklung sehr feiner Gravuren (kebori), die teils mit schräg geführten Geräten den Eindruck einer getuschten Malerei geben sollten und die katakiri (= malerische Gravur) heißen.

Reliefs, flache, hohe und versenkte gehören auch zum Gestaltungs-Spektrum und die Bearbeitung der als Hintergrund dienenden Oberflächen mit Sticheln, Punzen und Hohlpunzen. Die so entstandenen Muster heißen ishime und nanako.

Auch die in Europa in der Renaissance zu großer Blüte gekommene sog. Tauschierung findet sich auf den tsuba, sehr oft aus zweifarbigem Gold, seltener aus Silber, manchmal auch aus beiden Edelmetallen. Hierbei werden zunächst Gruben angelegt in der Form des geplanten Dekors, die dann mit vorbereiteten Stegen aus den genannten Edelmetallen ausgefüllt werden und an den Kanten mittels Unterschneidungen des Grundmaterials, unter die die tauschierten Metalle gedrückt werden, befestigt werden.
Diese Art der Schmückung sprechen den kunstliebenden Europäer offenbar stark an, den sie finden sich in allen westlichen Sammlungen. Wir Ausländer haben keine Mühe, die feinen und naturalistischen Darstellungen von Vögeln und allerhand Tieren zu schätzen. Dazu kommt noch eine reiche Palette von Blumen und Gräsern oder ganzen Gartenlandschaften wie die entlang der acht Brücken in Mikawa, Alle diese wunderbaren Dinge sind untergebracht auf einer Eisenplatte mit einem Durchmesser von normalerweise ca. 8 cm!
Diese kenjo genannten tsuba, was soviel bedeutet wie ‚respektvoll schenken' wurden im Auftrage von daimyo und anderen hochrangigen Personen bei den besten tsuba-Künstlern ihrer Zeit in Auftrag gegeben. Sie sind offenbar vorwiegend in Kyoto, der Provinz Awa und später auch in Edo gemacht worden, dem Zentrum der politischen Macht. Die frühesten kenjo-tsuba sind offenbar um 1700 entstanden und wir können ihre Produktion bis ca. 1850 verfolgen. Sie bestehen stets aus Eisen, ein schöner und kontrastreicher Fond für die zweifarbigen Goldtauschierungen. Im Gegensatz zu dem allgemeinen Geschmack der Japaner, die zurückhaltende Farben und fein abgestimmte den starken Kontrasten und gold glänzenden vorziehen, haben wir es hier mit einer Gruppe zu tun, die ihre Entstehung vor allem dem Bedürfnis des Schenkers verdanken, den Beschenkten mit diesen reich ornamentierten und in Gold glänzenden tsuba zu beeindrucken. Wegen des hochrangigen Auftraggebers sind kenjo-tsuba fast nie signiert. Es war dem Künstler nicht erlaubt, seinen Namen auf ein derartiges Stück zu setzen.

Da die Beschenkten und ihre Nachfahren diese Art Tsuba naturgemäß in hohen Ehren hielten, sind sie weder in großen Mengen auf den Markt noch darüber hinaus bis nach Europa gekommen.
Eine große Seltenheit unter den tsuba stellen die als daisho bekannten Paare dar. Es handelt sich hierbei um ein in aller Regel im Durchmesser größeres tsuba (dai), das für das katana angefertigt wurde, und den kleineren Zwilling (sho) für das wakizashi. Dai bedeutet „groß" und sho „klein". Die Zerstreuung vieler tsuba in alle Winde hat natürlich auch nicht vor diesen Paaren halt gemacht, und so tauchen sie heute äußerst selten auf.

Ich erlaube mir an dieser Stelle noch ein paar Hinweise, wie die Katalog-Texte, die wir für unsere Auktions-Kataloge ebenso wie die Beschreibungen in den Online-Auktionen anfertigen, zu verstehen sind.
Als bislang immer noch beste Basis für die Zuordnungen von tsuba in Schulen und Epochen kann der von Otto Kümmel 1916 herausgegebene Katalog der Sammlung Oeder gelten, wobei die Publikationen des oben erwähnten Herrn Sasano zu dem Verständnis und den Datierungen der Sukashi-Tsuba noch eine Menge hinzugefügt haben.

Eine probate Einteilung unterscheidet z. B. zwischen tsuba, die von den Schwert- und Rüstungsschmieden tosho bzw. katchushi) gemacht wurden, denen die aus den Werkstätten der Spiegelgießer (kagamishi) stammen und den kanagushi, den Herstellern von Metall-Beschlagstücken. Die Spiegelgießer stellten seit der Kamakura-Zeit (1192 - 1333) bis in die 2. Hälfte des 19. Jh. einige tsuba aus yamagane her, von denen die späteren oft stark stereotypen offenbar die Japan-Touristen des späten 19. und frühen 20. Jhdts ansprachen, denn sie tauchen in jeder westlichen Sammlung auf. Die häufigsten Motive bei diesem Typ sind die beiden Glücksgötter Hotei und Ebisu sowie das Gespann Shoki und Oni.
Erst dann folgen die tsuba der hauptberuflichen tsuba-Künstler und dann die der kinko genannten Goldschmiede.
Die ältesten Schwertzieraten sollen in der Prov. Mino geschaffen worden sein, woher aus der 1. Goto-Meister stammte (gest. 1512), Begründer einer Stammlinie, die in 16 Generationen bis Goto Mitsuaki (gest. 1856) gearbeitet hat und auch eine Reihe von Nebenlinien und Schüler auf den Weg brachte, während im 9. Jh. Goto Ichijo, der in seiner Zeit berühmteste Künstler mit einem riesigen Atelier und zahlreichen Schüler eigene Wege ging. In der Nara-Schule in Edo finden wir die deri großen Meister Toshinaga, Joi und Yasuchika, die die Schwertzierate in neue Bahnen lenken mit ihren subtilen Landschaftsdarstellungen in weichem Relief, die wie gemalt wirken und auch wieder das Augenmerk der Zieratenmeister auf das Tsuba lenken, das von den frühen Goto-Meistern meistens ausgespart wurde.
Von Schulen ist zu sprechen, wenn eine Gruppe von tsuba den Namen des Gründers trägt und zwar entweder seinen Familien-Namen oder den Clan-Namen.
Von Arbeit ist die Rede, wenn eine Gruppe von tsuba mit ähnlichen Gestaltungsprinzipien und technischen Eigentümlichkeiten in einer bestimmten Provinz oder einem Ort entstanden ist wie z.B. Awa, Bushu, Choshu, etc., wobei in dieser Gruppe die Provinznamen als Namensgeber vorherrschen. Es gibt aber auch Ortsbezeichnungen wie Kanayama, die als Namen in Erscheinung treten.
Eine weitere Kategorisierung ist möglich, da die größeren Städte und Kulturzentren des Landes wie Edo, Kyoto und Nara einen bestimmten, dort besonders geschätzten Typ von Tsuba hervorbrachten, so dass man von Arbeiten aus Kyoto, Kyoto Kinko oder Arbeiten aus Shonai als Shonai Kinko, usw. sprechen kann.

Für die weiter interessierten Leser publizieren wir nachfolgend die Zeichnung eines tsuba mit einer Nomenklatur der japanischen Bezeichnungen der Einzelteile eines tsuba, dazu eine Liste der häufigsten Form-Bezeichnungen, die Aufstellung der häufigsten Materialien und der Bezeichnungen der Techniken der Oberflächen-Dekorierung.
Dann folgt noch eine Karte Japans, auf der die wichtigsten Zentren der Herstellung von tsuba und Schwertern verzeichnet sind.

Am Ende folgt noch ein Glossar, das ich im Jahr 2000 für die Publikation eines Kataloges einer deutschen Privat-Sammlung angefertigt habe.

Dieser Katalog ist im Vorspann angekündigt und – solange der Vorrat reicht – noch über uns zu beziehen. Auch einige andere Publikationen können wir Ihnen zur Zeit noch anbieten, um Ihre Studien zu vertiefen.
Soeben erfahre ich, daß es von dem Sukashi-Tsuba-Buch von Herrn Eckhard Kremers noch eine Restauflage gibt, die Sie direkt bei dem Herausgeber Efinger unter Tel.-Nr. 0711/8891896 beziehen können.


Map of Japan


Städte und Provinzen:
  1. Hizen
  2. Satsuma
  3. Higo
  4. Bungo
  5. Nagato
  6. Bingo
  7. Bitchu
  8. Byo
  9. Tosa
  10. Bizen
  11. Inaba
  12. Harima
  13. Settsu
  14. Yamato
  15. Echizen
  16. Kaga
  17. Mino
  18. Etchu
  19. Iwashiro
  20. Dewa
  21. Hitachi
  22. Masashi
  23. Sagami

last updated by mh! at 22.08.2007 09:54

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