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HOLZSCHNITTE   

Holzschnitte - Ukiyo-e

Wenn man hier im Westen an japanische Kunst denkt, so hat der kunstinteressierte Laie gleich die farbigen Holzschnitte vor Augen, z. B. die Welle von Hokusai, das blühende Pflaumenbäumchen von Hiroshige (getreulich von van Gogh in sein berühmtes Bild integriert), die großen, verzerrten Schauspieler-Köpfe von Sharaku, Szenen mit Geishas oder Schauspielern in bestimmten Theaterszenen oder die überraschend detailgetreuen Bilder von Liebespaaren.

Einem verhältnismäßig kleinen Kreis von Spezialisten sind hingegen die seit der Nara-Zeit (710-794) für die buddhistischen Tempel geschnitzten sakralen Holz-Skulpturen, die mehrflügeligen, mit kräftigen Farben, Gold und Tusche bemalten Paravents, die Vorratstöpfe, Vasen und Schalen aus Steinzeug, Porzellan oder die Rüstungen und Schwerter der Samurai, Lackdosen, -schatullen und Netsuke bekannt. Auch die heianzeitliche (794-1185), hoch entwickelte Tuschmalerei ist nur wenigen ein Begriff.

Es waren vor allem die Holzschnitte, welche ab Mitte des 19. Jahrhunderts die europäischen Maler faszinierten und anregten, sich mit den völlig anderen, japanischen Gestaltungsprinzipien auseinanderzusetzen. Seestücke von Camille Corot, angelehnt an die Komposition von Hokusai’s Welle, wie auch das berühmte Heuhaufen-Bild von Claude Monet, dass offensichtlich von Hokusai’s rotem Fuji beeinflusst ist, lassen die Intensität erahnen, mit der die Kunstwerke der japanischen Pavillons auf den Weltausstellungen in Wien (1873) und Paris (1867 und 1889) auf die Künstler und schließlich auch auf die Sammler der Zeit Einfluss nahmen.

Die ersten Holzschnitte entstanden im frühen 17. Jahrhundert als Schwarz-Weiß-Illustrationen für Bücher (sog. Ehon). Ihre Vorläufer waren chinesische Druckwerke sowie mit Illustrationen versehene Literatur. Der erste Künstler, der Holzschnitte als eigene Kunstform entwickelte und sie auch mit seinem Namen signierte, war Hishikawa Moronobu (gest. 1694), dessen Oeuvre unter anderem ca. 150 Titel illustrierter Bücher beinhaltet. Nach dem Studium verschiedener Malerei-Schulen wie Kano und Tosa, machte er sich gleichermaßen an den Entwurf kraftvoll gezeichneter menschlicher Figuren, vorwiegend in Räumen befindliche Einzelpersonen und Gruppen, oftmals beim Liebesspiel, aber auch Pflanzen und kräftige Felsblöcke verstand er gekonnt zu stilisieren. Ihm folgte Kiyonobu (1664 - 1729), eigentlich Kabuki-Schauspieler, der als Gründer der Torii-Schule gilt. Nach seinem Umzug von Osaka nach Edo entwarf er kraftvolle Theater-Szenen. Zu dieser Schule, die Kurth die ‚Primitiven’ des Japanholzschnittes nannte, gehören seine jüngeren Zeitgenossen Kiyomasu I, Kiyomine und Kiyomitsu, denen wir dynamische und plakative Schauspielerbilder verdanken. Okumura Masanobu (1686-1764) bevorzugte offensichtlich die Darstellungen des Lebens im Yoshiwara-Vergnügungs-Viertel.

Als Erfinder des farbigen Holzschnitts gilt Suzuki Harunobu ( 1724-1770), berühmt für seine in feinen, abgestimmten Farben wiedergegebenen Damen in lieblichen Landschaften. Die japanische Bezeichnung ‚nishiki-e’, wörtlich Brokatbild, weist nicht nur auf die Farbigkeit der Arbeiten hin, sondern auch auf deren feine und kleinteilige Ausschmückung, was sich unter anderem an den Gewändern zeigt.

Es folgte der geniale Utamaro (1750-1806): große, starke Köpfe, Interieurs mit vielen Figuren und zauberhaftem Ambiente, aber auch Natur pur, wie sein berühmtes Album über die Insekten beweist, setzte er gekonnt in Szene. Sein umfangreiches Oeuvre weist ihn nicht nur als psychologisch einfühlsamen Beobachter der weiblichen Psyche aus, sondern auch als Liebhaber der im Japanischen geschickt als ‚shunga-e’ (Frühlingsbilder) umschriebenen erotischen Holzschnitte.

Die beiden Künstler, die es vermochten die Europäer so sehr zu begeistern waren Katsushika Hokusai (1760-1849) und Utagawa Hiroshige I (1797-1858), beide berühmt für ihre zahlreichen Serien mit Landschaften und Exterieurs.

Das 19. Jahrhundert bescherte uns eine Vielzahl von Künstlern, die vorwiegend eine Art Werbe-Graphik schufen: Bilder von Szenen aus Kabuki-Stücken mit dem berühmten Schauspieler X , oftmals unmittelbar nach der Uraufführung erschienen, und so zum Erfolg einer Inszenierung und dem Ruhm des Darstellers beitragend. Ähnlich verhielt es sich mit den Blättern von berühmten Geishas aus dem Yoshiwara, die zahlungskräftige Kunden anziehen sollten zum Nutzen der Damen und des Hauses, in dem und für das sie lebten. Der in Japan übliche Ausdruck für diese Holzschnitte, ‚ukiyo-e’ (Bilder (e) der vergänglichen Welt (ukiyo)), umschreibt einerseits das Thema und weist gleichzeitig auf deren Clientèle hin.


Da die Beschreibungen in unseren und anderen Katalogen voller Fach-Termini sind, haben wir eine Reihe von grundsätzlichen Informationen zusammengestellt, die Ihnen das Lesen erleichtern sollen. Japanische Holzschnitte habe genormte Größen, die von den Holzblöcken abhängig sind und wir geben zu den Größen-Angaben die entsprechenden Maße in Zentimetern an.
-> Klicken Sie hier, um eine Liste der verschiedenen Formate zu erhalten

Auch die vielen Techniken, die beim Drucken verwendet wurden, erfuhren zum Teil ganz poetische Namensgebungen, die wir mit ihren Äquivalenten in Deutsch und Englisch anfügen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Kommentare und Ergänzungen sind uns stets willkommen.
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Da bei der Bewertung eines Holzschnittes der jetzige Erhaltungszustand von großer Wichtigkeit ist, haben wir schon vor vielen Jahren zusammen mit den bekannten Experten und Sammlern wie Jack Hillier, Roger Keyes, Heinz Kaempfer u.a. eine Liste von Codierungen des Zustandes entwickelt, die wir am Ende einer jeden Beschreibung drucken. Die Bedeutung der Codierungen erhalten sie, wenn sie den Mauszeiger über den jeweiligen Code bewegen und dort kurz verweilen. Die Erläuterung wird dann in einem sg. ToolTip eingeblendet.
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last updated by mh! at 04.09.2007 10:52

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