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SOSAKU- UND SHIN HANGA   

Shin Hanga und Sosaku Hanga



Shin Hanga

Shin Hanga: Holzschnitte, die zwar ukiyo-e typische Themen behandeln, aber sich von den alten Ukiyo-e Hanga darin unterscheiden, dass sie Prinzipien der westlichen Malerei in sich aufgenommen haben und deshalb Anspruch darauf erheben, eigenständige Kunstwerke zu sein.



Die „neuen“ Drucke (shin hanga)

Der Verleger Watanabe Shôsaburô gilt als der Begründer und Wegbereiter der Shin Hanga-Bewegung. Mit seiner Vorstellung, dass Künstler, Verlag und Handwerker gleichberechtigt zusammenarbeiten sollen, schuf er die Voraussetzungen für die neue Richtung.
Als der erste Shin Hanga-Künstler gilt HASHIGUCHI Goyô (1880-1921), der mit seiner westlichen Maltechnik in Kombination mit typisch japanischen Elementen und Sichtweisen genau das verkörperte was Watanabe suchte. Das somit erste offizielle Werk dieser Gattung war Yokuba no Onna (Frau im Bad) von 1915.
Zuerst wurde der Begriff shinsaku hanga (neu geschaffene Holzschnitte), bald jedoch nur noch allgemein der Begriff shin hanga (neue Drucke) verwendet.
Diese Richtung fand schnell viele Anhänger mit Watanabe im Mittelpunkt. Als Künstler gelten unter anderem HASUI Kawase (1883-1957), OHARA Koson, YOSHIDA Hiroshi (1876-1950) und ITO Shinsui (1898-1972). Die rasche Zunahme an Popularität und der florierende Handel wurden 1923 durch das große Erdbeben in der Kantô-Region fast gänzlich zerstört. Da das Verlagshaus von Watanabe völlig abbrannte, gingen viele Holzschnitte und vor allem die Blöcke für immer verloren. Der Handel erholte sich jedoch schnell und es kam bald zu einem erneuten Aufschwung, der jedoch wieder jäh vom 2. Weltkrieg unterbrochen wurde. Erst mit dem Tod Watanabes 1962 fand diese Kunstform dann ihr endgültiges Ende.



In Zusammenarbeit mit Watanabe nahmen die Künstler nun nach dem Vorbild der Sôsaku Hanga-Künstler auch vermehrt selbst Einfluss auf den Gestaltungsprozess. So wurde unter anderem der Prozess des Plattenschneidens und Druckens meist genauestens von den Künstlern kontrolliert und teilweise auch selbst vollzogen (siehe Yoshida).
Dabei wurden neue Techniken entwickelt, wie das nezumiban, eine Farbplatte mit Grautönen zur Darstellung von Nebel und Schatten oder gomazuri, eine spezielle spiralförmigen Reibetechnik, mit der das Vorhandensein von Pinselstrukturen suggeriert wurde. Neu war auch, dass mit Zinkplatten gestochen scharfe Konturen hergestellt wurden und die Muster der Kleidungsstücke nun nicht mehr nur 12, sondern bis zu 50 verschiedene Farben enthalten konnten.
Eine Neuerung war es auch, dass manche Bilder in verschiedenen Farbausgaben gedruckt wurden. So sollten verschiedene Jahreszeiten oder auch Tageszeiten dargestellt werden.


Themen


Jedoch anders als bislang, behandelten die Künstler des Shin Hanga nicht nur das bunte und vergängliche Sein und Treiben der Freudenviertel und dessen Umgebung. Auch die später aufkommende Kritik an diesem Lebenswandel in Form von Parodien wurde nicht mehr dargestellt. Der Meiji-zeitliche Gebrauch der Bilder als Werbung und zur Vermittlung von Informationen und Neuigkeiten wurde nicht weitergeführt.
Im Mittelpunkt der Bilder standen weiterhin die klassischen Themen des ukiyo-e. Schöne Frauen (Bijin-ga), Landschaften, Pflanzen und Tierdarstellungen und manche Schauspielerportraits gehörten weiterhin zum Kanon der Sujets, jedoch immer im Kontext westlicher Bildauffassung.
Die Symbiose von westlicher Gestaltung mit der atmosphärischen Schönheit der japanischen Landschaft und Bildthematik machten diese Bilder reizvoll für das japanische Publikum, doch fanden besonders europäische und amerikanische Kunstliebhaber Gefallen an ihnen.



Künstler unter Watanabe


  • Bannai Kôkan (1900-?)

  • Furuya Taiken (1897-?)

  • Hashiguchi Goyô (1880-1921)

  • Hirano Hakuhô (1879-1957)

  • Ide Gakusui (1899-1978)

  • Ishiwata Kôitsu (1897-1978)

  • Itô Shinsui (1898-1972)

  • Itô Sôzan (1884-?)

  • Itô Takashi (1894-1982)

  • Iwata Sentarô (1901-1974)

  • Kasamatsu Shirô (1898-1991)

  • Kawase Hasui (1883-1957)

  • Kikuchi Ryôji (1920-?)

  • Kitagawa Kazuo (tätig um 1919)

  • Kobayakawa Kiyoshi (1898-1948)

  • Mutô Katei (1910-?)

  • Narazaki Eishô (1864-1936)

  • Natori Shunsen (1886-1960)

  • Oda Kazuma (1882-1956)

  • Ohara Shôson (1877-1945)

  • Ôta Masamitsu (1892-1975)

  • Takahashi Shôtei (1871-1945)

  • Tsuchiya Kôitsu 81870-1949)

  • Uehara Kônen (1878-1940)

  • Ueno Tadamasa (1904-1970)

  • Yamakawa Shûhô (1898-1944)

  • Yamamura Toyonari (1886-1942)

  • Yamanaka Tatsushige (1869-1937)

  • Yanagihara Fûkyo ( um 1921/22)

  • Tsukioka Gyokusei (1908-?)



Unabhängige Künstler

  • Hashiguchi Goyô (1880-1921)

  • Ishikawa Toraji (1875-1964)

  • Yoshida Hiroshi (1876-1950)

  • Yoshida Toshi (1911-1996)


Künstler bei anderen Verlagen


  • Arai Yoshimune (1873-1945)

  • Dômoto Inshô (1891-1975)

  • Fujimaki Yoshio (1909-1935)

  • Hamada Josen (1875-?)

  • Hasegawa Sadanobu (1881-1963)

  • Hashimoto Kôhô (1893-1961)

  • Igawa Sengai (1876-1961)

  • Ikeda Shôen (1886-1917)

  • Ikeda Terukata (1883-1921)

  • Isoda Mataichirô (1907-1998)

  • Jinbo Tomoyo (1902-?)

  • Kitano Tsunetomi (1880-1947)

  • Komura Settei (1887-1940)

  • Miki Suizan (1887-1957)

  • Mutô Rokurô (1907-1995)

  • Nakayama Shûko (um 1924)

  • Nomura Yoshimitsu (um 1930)

  • Oda Tomiya (1896-?)

  • Ôhira Kasen (1900-1983)

  • Ôkubo Hajime (1911-?)

  • Shiba Hideo (1907-1979)

  • Shima Seien (1892-1970)

  • Shimura Tatsumi (1907-1980)

  • Shôda Kôhô (1871-1946)

  • Taniguchi Kôkyô (1864-1915)

  • Torii Kotondo (1900-1976)

  • Watanabe Ikuharu (1895-1975)

  • Yamada Basuke (um 1930/40)

  • Yamaguchi Sôhei (1882-1947)

  • Yomogida Heiemon (1882-1947)

  • Yoshikawa Kanpô (1894-1979)

  • Yoshimoto Gessô (1881-1936)







Sosaku Hanga

Sosaku Hanga: Holzschnitte, die der Idee jener Künstler folgen, die ihre Entwürfe selbst in Holz schnitten und druckten und sie deshalb auch als „selbst gefertigt“ bezeichneten. Mit diesem Selbstverständnis grenzen sie sich bewusst von allen anderen Holzschnitten ab.
Die „kreativen“ Drucke (sosaku hanga)



Als Sosaku Hanga versteht man eine Kunstrichtung der japanischen Holzschnitte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galten Holzschnitte in der japanischen Kultur nicht als eigenständige Kunst, sondern als Kunsthandwerk. Da die Künstler neben dem Entwurf kaum die Möglichkeit besaßen, weiteren Einfluss auf das Werk auszuüben und dieses vom Volk immer als Massenprodukt und als Medium zur Verbreitung von Neuigkeiten betrachtet wurde, hatte diese Kunstform kein hohes Ansehen in der japanischen Gesellschaft.
Erst als zu Beginn des 20. Jahrhunderts vermehrt japanische Kunststudenten nach Europa gelangten, formte sich ein neues Bild der Druckgraphik. In Europa galt der Holzschnitt sehr wohl als eigenständiges Kunstwerk. Den Grund dafür sahen die Studenten insbesondere in dem Umstand, dass die Künstler das Werk in allen Schaffensphasen begleiteten und dafür verantwortlich waren. In Japan waren mehrere Personen am Entstehungsprozess der Bilder beteiligt, zuerst der Künstler mit dem Entwurf, der Zeichner, der Holzschnitzer, der Drucker und der Verleger, der unter anderem auch die Farbgestaltung des Bildes bestimmen konnte.
Auch das Studium an Universitäten und der sich somit erweiternde Horizont der Studenten (davor stand man im direkten Schüler-Meister-Verhältnis und lernte nur den Stil des Meisters) trugen zur Unzufriedenheit der Holzschnittkünstler bei.



Das neue Selbstverständnis

Unter diesen Voraussetzungen kam es zu einer Weiterentwicklung des bisher bekannten „sanja kyodo“-Prinzips (Arbeitsteilung) und die Künstler übernahmen mehr Eigenverantwortung für ihre Werke. Die neuen Prinzipien heißen jiga (selbst gezeichnet), jigoku (selbst geschnitzt) und jizuri (selbst gedruckt), das heißt der Künstler führt alle 3 Arbeitsschritte zur Erstellung eines Holzschnitts selbst aus. Neben der neuen Produktionstechnik und den bis daher traditionellen Motiven kamen auch eine Vielzahl unkonventioneller und abstrakter Motive hinzu, die auch stark von westlichen Einflüssen geprägt waren. Nicht mehr die Umrisslinie definierte das Bild. Das Augenmerk wurde immer mehr auf die alles bestimmende Fläche gelenkt und auch die Oberflächenstruktur der Platte wurde zur Gestaltung mit einbezogen. Insbesondere sanfte Pastelltöne beherrschten das Bild und erinnern damit stark an die impressionistische, französische Malerei.
Es kam jedoch nie zu einem Bruch mit den Verlegern, Holzschneidern oder Druckern. Oft wurde weiterhin Kontakt gehalten und man half sich mit Rat und Tat.
Als Begründer des Sosaku Hanga-Bewergung gilt YAMAMOTO, Kanae (1882–1946) mit seinem 1904 geschaffenen Bild „Der Fischer“. Dieses war stark vom Stil westlicher Malerei, den Bildern und Holzschnitten der Jugendstilkünstler, beeinflusst. Die neue Richtung fand bald viele Anhänger und nahm in den 20er und 30er Jahren rasch zu. Sowohl Künstler, die an den Hochschulen und Akademien eine klassische Malausbildung genossen hatten, als auch einige Autodidakten schlossen sich der Bewegung an. Sie alle vereinte die Idee, dass der Holzschnitt ein eigenständiges Kunstwerk sei.



Die Künstler

  • Azechi Umetaro (1902-1999)
  • Fujishima Takeji (1867-1943)
  • Fukazawa Sakuichi (1896-1947)
  • Hagiwara Hideo (geb. 1913)
  • Hashimoto Okiie (1899-1993)
  • Hatsuyama Shigeru (1897-1973)
  • Henmi Takashi (1895-1944)
  • Hirakawa Seizo (1897-1964)
  • Hiratsuka Un’ichi (1895-1997)
  • Hoshi Jôichi (1913-?)
  • Hirafuku Hyakusui (1877-1933)
  • Ishii Hakutei (1882-1958)
  • Inagaki Tomoo (1902-1980)
  • Kawakami Sumio (1895-1972)
  • Kawanishi Hide (1894-1965)
  • Kitaoka Fumio (1918-?)
  • Kôsaka Gajin (1877-1953)
  • Koizumi Kishio (1893-1945)
  • Maeda Masao (1904-1974)
  • Maekawa Senpan (1889-1960)
  • Mori Yoshitoshi (1898-1992)
  • Munakata Shiko (1903-1975)
  • Mizufune Rokushû (1912-1980)
  • Nagase Yoshio (1891-1978)
  • Nakazawa Hiromitsu (1874-1964)
  • Oda Kazuma (1882-1956)
  • Okuyama Gihachirô (1907-1981)
  • Onchi Kôshirô (1891-1955)
  • Ono Tadashige (1909-1990)
  • Saitô Kiyoshi (1907-1997)
  • Sakamoto Hanjirô (1882-1969)
  • Sekino Jun’ichirô (1914-1988)
  • Shimura Tatsumi (1907-1980)
  • Shimizu Kôichi (1895-?)
  • Suwa Kanemori (1897-1946)
  • Takahashi Rikio (1917-1999)
  • Takehisa Yumeiji (1884-1934)
  • Taninaka Yasunori (1897-1946)
  • Tsuda Seifu (1880-1978)
  • Urushibara Mikuchu (1888-1953)
  • Watanabe Sadao (1913-1996)
  • Yamaguchi Gen (1896-1976)
  • Yamaguchi Susumu (1897-1983)
  • Yamamoto Kanae (1882–1946)
  • Yoshida Masaji (1917-1971)


Von Iris Hekeler

Die Inhalte dieses Textes sind folgenden Büchern entnommen:


  • MERRITT, Helen und YAMADA, Nanako: „Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975.” University of Hawai'i Press. Honolulu 1995.

  • SCHWAN, Friedrich B.: „Handbuch japanischer Holzschnitt – Hintergründe, Techniken, Themen und Motive. IUDICIUM Verlag GmbH. München 2003. Seite 88, 167-168.

last updated by mh! at 04.09.2007 09:53

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