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TOKAIDO   

Tôkaidô

Die Tôkaidô (Ostmeerstrasse) bezeichnete die ca. 480 km lange Straße zwischen Edo im Osten und Kyôto im Westen Japans. Von jeher zählte sie zu den Hauptverkehrsstraßen des Landes. Durch die Verlegung der Regierung des Shôguns nach Edo und dem fortbestehen des Kaiserhauses in Kyôto erlangte sie in der Edo-Zeit (1600-1868) besondere Bedeutung. Bereits unter Ieyasu (1543-1616) wurde der Weg durch den Ausbau von Pässen (vgl. Bl. 11, 27), der Errichtung von Brücken, usw. verbessert und die Zahl der ursprünglich 64 Stationen auf 53 reduziert. Diese Stationen wurden von staatlichen Verwaltern geleitet. Hier wurde der Reiseverkehr kontrolliert (vgl. Bl. 11, 32) und den Reisenden Last- und Sänftenträger zur Miete angeboten. Auch Boten der Regierung waren hier stationiert, die die Strecke in nur 4 Tagen bewältigten. Ein gewöhnlicher Reisender brauchte etwa 10 bis 14 Tage.
Die Stationen lagen zwischen ca. 1,7 km (Goyu/Akasaka, Bl. 36/37) und ca. 27,5 km (Miya/Kuwana, Bl. 42/43) auseinander. Im Durchschnitt waren es etwa 9 km. Die Stationen waren in ihrer Entwicklung sehr unterschiedlich. Es gab große Burg- und Handelsstädte, aber auch kleine unbedeutende Dörfer. Jedoch gab es überall für die Reisenden Gasthäuser, die je nach Größe des Geldbeutels in ihrer Qualität nicht unterschiedlicher sein konnten. Hier erholten sie sich von den Strapazen der Reise und ließen sich beim Essen und Sake trinken von den Bedienungen oder professionellen Kurtisanen die Zeit vertreiben. Die Konkurrenz zwischen den Tee- und Gasthäusern war sehr groß, so dass es nicht unüblich war, auf der Straße auf so genannte „Anreißerinnen“ zu treffen, die die Gäste notfalls mit Gewalt davon überzeugen wollten, in ihr Teehaus zu kommen (zu sehen auf Blatt 36 der Hoeidô-Serie).
Trotz aller Strapazen, wie das Überwinden steiler Pässe und dem durchqueren von Flüssen genoss man das Reisen auf dem Tôkaidô. Die Straße führt zwischen dem Meer und Gebirge vorbei zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten und einigen der schönsten Landschaften Japans. Nicht zuletzt ist der immer wiederkehrende überwältigende Anblick des Fuji am Anfang der Reise alle Unannehmlichkeiten wert.
Eine beliebte Literaturform der Edo-Zeit waren die so genannten Reisetagebücher. Die Autoren befassten sich gerne mit Erfahrungsberichten ihrer Reisen auf dem Tôkaidô. Das wohl bekannteste Werk über die Tôkaidô ist von Jippensha Ikku „Tôkaidô Hizakurige“ (Auf Schusters Rappen entlang des Tôkaidô-Weges) von 1802. Dieses Werk bieten wir in einer Ausgabe von 1872, nähere Angaben siehe Katalog Nr. IN7/2. Das Werk behandelt die Geschichte von Yajirô und Kitahachi, die auf ihrer Reise manch merkwürdiges Abenteuer zu bestehen hatten (vgl. Blatt 37). Auch das Werk „Tôkaidô Meishoki“ (Beschreibung berühmter Orte am Tôkaidô, 1658) von Asai Ryôi erfreut sich großer Berühmtheit.
Ihre Umsetzung in der Kunst fand dieses Thema zuerst in der Malerei. Doch folgten schon bald auch verschiedene Holzschnittserien. Hishikawa Moronobu (ca.1618-1694) illustrierte schon 1690 das Werk „Tôkaidô bunken no zu“ (Panoramakarte des Tôkaidô). Auch die Künstler Tani Bunchô (1763-1840) und Ippitsusai Bunchô (tätig ca. 1765-1792) gestalteten Querrollen (makimono) zu dem Thema. Von dem Werk „Tôkaidô Hizakurige“ inspiriert schuf Hokusai schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Holzschnittserien zu diesem Thema. Diese waren meistens im Koban- oder Chûban-Format gedruckt. Eine weitere Serie ist von Hiroshiges Lehrer Toyohiro bekannt. Auch Hiroshiges Nachfolger beschäftigten sich nach seinem Tod mit der Tôkaidô.
Hiroshige erlangte seine Berühmtheit durch die 1834 beim Hoeidô-Verlag herausgebrachte Tôkaidô-Serie. Sie gilt heute noch als seine am besten ausgearbeitete Serie über dieses Thema. Die große Beliebtheit dieses Themas veranlasste ihn zu weiteren Arbeiten. Zu seinen bekanntesten Tôkaidô-Serien zählen die Gyôsho-Tôkaidô (1842 bei Ezaki-ya) und die Reisho-Tôkaidô (1849 bei Marusei), die nach dem jeweiligen Schriftstil des Titels benannt sind, sowie die Kyôka-Tôkaidô (1840 bei Sanoki), die nach den Scherzgedichten, die sich auf jedem Blatt befinden benannt ist.
Seine letzte komplette Tôkaidô-Serie (1855 bei Tsutaya Kichzô) ist das Thema dieser Online-Auktion. Mit seinem Talent die Atmosphäre des Moments einzufangen schildert er seine schönsten Begegnungen auf der Tôkaidô und haucht somit seinem von jeher beliebtestem Thema der Landschaftsdarstellung noch einmal neues Leben ein.


Iris Hekeler




Die Inhalte dieses Textes sind folgenden Büchern entnommen:

  1. Noguchi, Yone. „Hiroshige“. New York. 1921. (Katalog Nr. IN7/1 in einer Ausgabe von 1934)

  2. Seckel, Dietrich. „Ando Hiroshige Tokaido-Landschaften” Woldemar Klein Verlag. Baden-Baden. 1958.

  3. Strange, Edward F. ”The Colour Prints of Hiroshige.“ Cassell & Company Limited, London, New York, Toronto und Melbourne. 1925. (Katalog Nr. IN7/3)

  4. Yoneda, Shigeko und Walter, Lutz. „Ando Hiroshige, gojûsan tsugi meisho zu-e. Ansichten berühmter Orte der 53 Stationen - die Tôkaidô-Serie von 1855 - .” Galerie Tsuru-ya, Germering b. München. 1981.

last updated by mh! at 26.10.2007 16:14

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